Sonntag, 01. Februar 2026

Grußworte Februar 2026

Foto: www.pixabay.com - gemeinfrei

Lieber Valentin,

dass Dein Gedenktag am 14. Februar begannen wird, weiß heute wohl jeder. Wird doch schon Wochen vorher in Prospekten, in der Fernsehwerbung und nicht zuletzt auf Plakaten darauf aufmerksam gemacht. An diesem Tag seine Liebste oder seinen Liebsten mit Blumen oder anderen Aufmerksamkeiten zu beschenken, leitet sich von einer der unzähligen Legenden ab, die sich um Dein Leben ranken.

Du hättest Liebende mit Blumen aus dem Garten erfreut. Dass diese Legende einem anderen Valentin zugeschrieben wird, stört dabei weniger. Als Heiliger der Zärtlichkeit und Liebe zu gelten, ist wunderschön, ob man dafür verantwortlich ist oder nicht. Und da ich mir sicher bin, dass im Himmel keine Eifersucht herrscht, wird wohl Eintracht unter euch Valentins herrschen. Denn Du, lieber Valentin von Terni, sollst durch Krankenheilungen viele Menschen zum christlichen Glauben bekehrt haben. Dein Namensvetter, Valentin von Rom, stand Pate für den Brauch, sich mit Blumen zu beschenken, da er es gewesen sei, der Paare mit Blumen aus seinem Garten beglückte.

Ihr beide werdet euch sicher freuen, dass am 14. Februar, oder später, Liebende eingeladen sind, einen besonderen Segen zu empfangen. Euch beide vereint, darin bin ich mir sicher, die tiefe Erfahrung, dass wir aus der Quelle göttlicher Liebe schöpfen müssen, um füreinander zum Segen zu werden.

Ich weiß, dass Du in Deiner Bescheidenheit auf einen weiteren Heiligen weist, der ebenfalls den Namen Valentin trägt, den heiligen Valentin von Rätien. Er wurde wie Du für bestimmte Gebrechen angerufen, besonders für die Krankheit der Epilepsie. Nach einer weiteren der unzähligen Legenden, sollst Du nämlich einen Mann geheilt haben, der an einer verkrümmten Wirbelsäule litt. Andere Interpreten sehen darin einen Hinweis auf Deine Standfestigkeit im Glauben. 

Da ich euch vereint im Himmel wähne, um aufmerksam unser Treiben hier auf Erden zu beobachten, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass ihr gute Ratschläge für uns habt. Liebe und Zärtlichkeit sind kostbare und zerbrechliche Geschenke, die Gott unseren Herzen anvertraut hat. Sie brauchen Segen, damit wir Menschen selbst zum Segen werden. Was wir heute wohl ebenso dringend benötigen, ist Standfestigkeit. Zu unserem Glauben zu stehen, der jede Form der Gewalt, der Diskriminierung und des Hasses ablehnt, der aus der gemeinsamen Verantwortung schöpft, die Gott unseren Händen und unserem Gedenken anvertraut hat.

In Gedanken sehe ich euch bejahend zunicken. Was jeden von euch zutiefst erfüllt hat, was euch in so vielen Legenden bis heute weiterleben lässt, ist das unergründliche Geheimnis, dass Gott ein Freund der Liebe, der Zärtlichkeit, der Achtsamkeit, der Würde, oder einfach ausgedrückt, jedes Menschen und seiner Schöpfung ist.

Lieber Valentin von Terni,

Du bist mir sicher nicht böse, dass ich Dich mit Deinen Namensbrüdern Valentin von Rom und Valentin von Rätien anspreche, wir brauchen euch und eure besondere Fürbitte und eure besondere Begleitung gerade in dieser, unserer Zeit. Und bevor ich es vergessen, nicht nur am 14. Februar.

Ich grüße euch ganz herzlich und erbitte eure Fürsprache.

Euer

Markus Hary, Pfarrer