Montag, 12. Oktober 2026
"Auf ein Wort"
Hoffnung schenken – auch hinter Mauern
„Auf ein Wort“ – das klingt nach einer kurzen Begegnung. Nach einem Moment, in dem einer dem anderen Zeit schenkt. Genau solche Momente sind es, die meinen neuen Dienst prägen. Mein Name ist Johannes Müller (Diakon, 50 Jahre) und seit März 2026 bin ich als Gefängnisseelsorger in der JVA Frankenthal tätig. Nach 21 Jahren in der Gemeindepastoral führt mich mein Weg nun hinter Mauern und verschlossene Türen. In engen Grenzen eröffnet sich dabei ein erstaunlich weites Feld: Unterstützung der Seelsorge JVA.
Gespräche und Gottesdienste, Begleitung in schwierigen Situationen, Fragen nach Schuld und Vergebung, nach Hoffnung und einem neuen Anfang. Vor allem aber begegnen mir Menschen. Menschen mit ihrer Geschichte, ihren Fehlern und ihrer Sehnsucht danach, nicht auf ihre Vergangenheit festgelegt zu werden. Dabei denke ich an Jesus. Er hat den Menschen angesehen, bevor er über ihn geurteilt hat. Er ging auf diejenigen zu, die andere an den Rand gestellt hatten. Er schenkte ihnen Aufmerksamkeit, Würde und neue Hoffnung. Diese Haltung möchte ich auch in meiner Arbeit leben. Denn für Jesus ist kein Mensch abgeschrieben. Gerade Weihnachten macht das sichtbar. Gott kommt uns nahe. Er wird Mensch – nicht in einem Palast, sondern in der Armut einer Krippe. Sein Licht kommt auch dorthin, wo es dunkel geworden ist. Und dieses Licht macht vor Gefängnismauern nicht halt.
Deshalb ist meinem evangelischen Kollegen Pfarrer Beckmann und mir die folgende Weihnachtsaktion wichtig: Jeder der rund 400 Gefangenen soll ein wertiges Geschenk erhalten. Für viele Menschen ist ein Weihnachtsgeschenk selbstverständlich. Für einen Gefangenen, der das Fest getrennt von Familie und Freunden verbringen muss, kann es zu einem besonderen Zeichen werden:
Du bist nicht vergessen.
Du bist nicht unsichtbar.
Du bist ein Mensch, der uns etwas wert ist.
Damit wir die rund 500 Weihnachtspakete (durch Neuzugänge und Fluktuation brauchen wir deutlich mehr als 400 Pakete) rechtzeitig vorbereiten und den Inhalt bereits im Vorfeld einkaufen können, bitte ich Sie herzlich um Ihre Unterstützung.
Mit Ihrer Spende helfen Sie mit, dass Weihnachten auch hinter Mauern ankommt. Das Geschenk mag nur eine kleine Geste sein. Aber manchmal beginnt Hoffnung genau so: mit einem Menschen, der hinsieht, mit einem Wort, das gut tut, oder mit einer Hand, die etwas schenkt. Und vielleicht können wir mit diesem Paket ausdrücken: Gott sieht den Menschen. Gott kommt ihm nahe. Und Gott gibt keinen Menschen auf.
In diesem Sinne freue ich mich, wenn Sie diese Hoffnung bringende Aktion unterstützen.
Herzliche Grüße
Johannes Müller, Diakon
Spendenkonto:
Kath. Seelsorge JVA Frankenthal, LIGA Speyer
IBAN : DE17 7509 0300 0000 0516 16
BIC : GENODEF1M05





