Mittwoch, 18. Februar 2026

Ungeschminkt

Bild: Christoph Buchinger

Nach den närrischen Tagen beginnt die Fastenzeit

„Am Aschermittwoch ist alles vorbei.” Die Narren und Karnevalfans sagen nur die halbe Wahrheit, wenn sie das Ende der Faschingszeit besingen. Denn mit dem Aschermittwoch beginnt ein neuer Zeitabschnitt: die österliche Bußzeit, auch Fastenzeit genannt.

Gab es im bunten Treiben der „5. Jahreszeit” unzählige Gelegenheiten, mit Kostümen und Schminke in fremde Rollen zu schlüpfen, beginnt jetzt so etwas wie die Zeit der ungeschminkten Wahrheit. Und in den katholischen Gottesdiensten am Aschermittwoch wird das geradezu drastisch sichtbar: Die bunten Farben sind abgewaschen, und der Priester zeichnet den Gemeindemitgliedern ein Kreuz von grauer Asche auf die Stirn – seit alters her ein Zeichen für die menschliche Vergänglichkeit und ein Symbol für Buße und Umkehr. Entsprechend lauten die dazu gesprochenen Worte: „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst”, oder: „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium”.

In beiden Wendungen scheint auf, was der Sinn der österlichen Bußzeit ist: Selbstbesinnung und „Kurskorrektur”. Der Christ soll die 40 Tage nutzen, um mit sich, seinen Mitmenschen und Gott wieder ins Reine zu kommen. Diesem Ziel dient auch das Fasten. Wer fastet, der verzichtet freiwillig: auf üppiges Essen, auf Zeit raubende Vergnügungen und auf Konsum. Zeit, Geld und Mittel werden so gewonnen: für die Auseinandersetzung mit sich selbst, für die Begegnung mit Menschen und die Solidarität mit den Armen, für das Gebet zu Gott.

Als „Trauerklöße” wären Christen falsch verstanden, denn sie feiern genauso gern wie andere Menschen, auch im Karneval. Sie wissen aber, dass ihr Leben immer wieder Unterbrechungen braucht, Zeiten, in denen nicht gefeiert, sondern gefastet wird, um dem Grund für die Feier des Lebens auf die Spur zu kommen: Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu von den Toten. Für Christen verbindet sich damit die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod, sozusagen auf ein ewiges Fest bei Gott. Und die Freude darauf bestimmt die Fastenzeit ebenso wie den Karneval. Wenn das kein Grund zum Feiern ist. (Quelle: peter.weidemann, in Pfarrbriefservice.de)

Die Gottesdienste zu Aschermittwoch finden Sie in der Gottesdienstordnung.