Mittwoch, 01. April 2026

Grußworte April 2026

Foto: www.pixabay.com - gemeinfrei

Die Sonne war untergegangen. Doch da hatte Jakob einen Traum.

Neulich: Fast 30 kirchliche Mitarbeiter:innen in einem Raum. Da geht es doch bestimmt um die Zukunft der Kirche/n!? Eher nein. Es ging (noch) nicht um Zahlen, wenig Geld, zu wenig Nachwuchs. Es ging um Jakob. Wenn knapp 30 Kirchenleute derzeit im Buch Genesis vom Stammvater Jakob lesen, dann klingt es derzeit sehr symbolisch, dass „die Sonne untergegangen war“ (Gen 28, 11). Untergang. Dunkel. Jakob ist unterwegs, legt am Wegrand seinen Kopf auf einen Stein und schläft ein. Aber dann hat er einen Traum. Keinen Traum von der Kirche. Oder von Groß-Israel. Er träumt von Gott. Von einer breiten Treppe, die vom Himmel bis auf die Erde reicht. Gottes Boten laufen darauf, Engel. Runter und wieder hoch. Eine Stimmung wie Weihnachten oder wie Ostern. Mitten in der Nacht. Die gute Zukunft liegt nur nachgelagert in den Zahlen. Wirklich wichtig ist nur, dass es eine lebendige Verbindung zu Gott gibt. Gott in mir selbst und Gott im anderen Menschen – und an den vielen Stellen, wo wir seine Spuren finden. Treppen zum Himmel, Pfade zueinander, traumhaft-wache Blicke dafür, dass in mir selbst und in meinen Nächsten und Aller-Nächsten Gottes Funke aufblitzt. So viel Traum muss sein! Dann können sogar Kirchen schließen. Der Glaube wird trotzdem leben. Jakob hatte wenig Plan. Er hatte eine Sehnsucht.

Frohe Osterwege Ihnen und Ihren Familien

Clemens Fiebig, Pastoralreferent