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Gemeinden

In dieser Übersicht finden Sie alle Gemeinden die zur Pfarrei Hl. Petrus Bobenheim-Roxheim gehören.


Hl. Kreuz, St. Peter, St. Nikolaus Beindersheim

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St. Laurentius Bobenheim

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St. Leodegar Gerolsheim

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St. Martin Heßheim

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St. Maria Magdalena Roxheim

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Ortsrand Beindersheim mit Blick auf beide Kirchturmspitzen
Dorfbild mit Blick auf die Kirche St. Laurentius Bobenheim
Dorfbild Gerolsheim mit Blick zur kath. Kirche St. Leodegar
Ortsrand Heßheim mit Blick auf die Kirche St. Martin
Ortsrand Roxheim mit Blick zur Pfarrkirche St. Maria Magdalena Roxheim

Donnerstag, 07. Januar 2021

Herzlichen Dank allen Unterstützern der Weihnachtssammelaktion

Die Kirchenhelfer beim Packen der Weihnachtstüten (Foto: JVA Frankenthal)

Spenden für bedürftige Gefangene in der JVA Frankenthal

Liebe Unterstützer*innen der Weihnachtssammelaktion

unter erschwerten Bedingungen fand auch dieses Jahr die Sammelaktion für bedürftige Gefangene in der JVA Frankenthal statt. Nachdem der jährliche Spendenaufruf für Süßigkeiten, Tee, Kaffee und Tabak an die Pfarreien und die Presse versandt war, erreichte mich die Entscheidung, dass ich aus Sicherheitsgründen nur noch Geldspenden annehmen darf und auf Sachspenden verzichten muss. Zu dem Zeitpunkt hatten die Pfarrbüros schon die ersten Spenden angenommen. Also musste schnell umgeplant werden. Glücklicherweise wurde genügend Geld gespendet, dass ich Lebensmittel und Tabak einkaufen konnte. Nach dem Einkauf konnte ich sehr gut sehen, was durch den Verzicht auf die Sachspenden verloren gegangen ist. In den vergangenen Jahren hatte ich Schwierigkeiten, mich in meinem Büro noch normal zu bewegen, wenn die Spenden bei mir angekommen sind. Dieses Jahr standen Einkäufe für ca. 2.000 € in meinem Büro – eine überschaubare Menge für doch ziemlich viel Geld.

Zugleich war die Zahl der Empfänger um 25 % höher als im vergangenen Jahr. Zusammen mit meiner evangelischen Kollegin haben wir 151 Geschenktüten an bedürftige Gefangene ausgegeben. Dazu möchte ich kurz erläutern, was wir unter bedürftigen Gefangenen verstehen und warum die Zahl dieses Jahr so viel höher ist.

Grundsätzlich gibt es für Inhaftierte drei Möglichkeiten, an Geld zu kommen. Zum einen können sie sich Geld durch Arbeit verdienen. Normalerweise haben wir circa 150 Arbeitsplätze für 420 Inhaftierte. Coronabedingt bekommt die JVA weniger Arbeitsaufträge von draußen (z. B. von der Automobilzulieferindustrie) und entsprechend gibt es auch weniger Arbeitsplätze für Gefangene. Zum anderen können sich Inhaftierte auch von Angehörigen oder Freunden Geld einzahlen lassen, dass sie dann – in bestimmten Grenzen – verwenden können. Wer unverschuldet ohne Arbeit ist (also arbeiten will, aber keinen Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt bekommen kann) und kein Geld von außen bekommt, zählt als bedürftig und bekommt von der JVA ein Taschengeld von circa 40 €.

Wozu brauchen Gefangene überhaupt Geld? Die JVA versorgt die Grundbedürfnisse der Gefangenen: eine warme Mahlzeit am Tag, ein einfaches Frühstück und Abendessen. Bedürftige Gefangene bekommen außerdem Einwegrasierer, Seife und Zahnpasta für die Körperhygiene zur Verfügung gestellt. Alles, was darüber hinaus geht, müssen die Inhaftierten selbst bezahlen: weitere Nahrungs- und Genussmittel (z.B. Tabak), Hygieneartikel, Zeitschriften, TV-Miete (19 €), Stromkosten und das Telefon.

Darum ist es uns Gefängnisseelsorgern ein großes Anliegen, an Weihnachten zumindest den Bedürftigen Gefangenen eine kleine Freude zu machen. So haben wir für die Weihnachtsgeschenke je ein Päckchen Kaffee, Tee, Schokolade, Lebkuchen und Tabak eingekauft.

Was ist mit den Sachspenden passiert, die dieses Jahr dennoch abgegeben wurden? Mit den bereits eingegangenen Sachspenden habe ich andere soziale Einrichtungen versorgt: Die Obdachlosenunterkunft in Ludwigshafen, das Kinderheim St. Josef in Mundenheim, den Verein „Amalie e.V.“ in Mannheim sowie die Tafeln.

Ich habe einige Anrufe von Spendern erhalten, die mit Unverständnis auf diese Entscheidung reagiert haben. Manche haben auch gesagt, dass sie die Aktion gerne unterstützt haben, weil sie es viel persönlicher finden, selbst für die Inhaftierten einzukaufen. Manche haben berichtet, dass sie schon seit 30 Jahren die Gefangenen auf diese Weise unterstützen. Das finde ich sehr bewegend. Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass ich das Justizministerium und die Anstaltsleitung davon überzeugen kann, zur ursprünglichen Sammelaktion zurück zu kehren und werde Sie natürlich darüber informieren, ob und wie es 2021 mit unserer Sammelaktion weitergeht.

Ich danke Ihnen, dass Sie uns schon seit so vielen Jahren mit Lebensmittel- und Geldspenden unterstützen und es auch unter den veränderten Bedingungen 2020 möglich gemacht haben, Inhaftierte an unserer Weihnachtsfreude teilhaben zu lassen.

Ein herzliches Vergelt‘s Gott
Manfred Heitz

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